Andrea Schacht

Geschichte Kölns

von seinen Anfängen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts

um 300 v. Chr. Germanen erreichen den Niederrhein und verdrängen zum Teil die hier ansässigen Kelten.

Römerzeit 57 v. Chr. - 455 n. Chr.


58 - 51 v. Chr. Caesar erobert ganz Gallien einschließlich des Siedlungsgebietes der keltischen Eburonen im Rheinland.
53 v. Chr. Bei einem Aufstand der Eburonen gegen die römische Besatzung, kommen eineinhalb Legionen ums Leben. Caesar führt daraufhin einen Vernichtungsfeldzug gegen die Eburonen.
38 - 12 v. Chr. Unter dem Feldherrn Marcus Vipsanius Agrippa wird der Germanenstamm der Ubier am linken Rheinufer angesiedelt. Die Ubier legen eine umfriedete Siedlung am Rhein an, das Oppidum Ubiorum, Die Römer errichten in unmittelbarer Nähe dieser Siedlung ein Zweilegionenlager.
50 n. Chr. Kaiser Claudius verleiht auf Wunsch seiner Gattin, der Kaiserin Agrippina, die in Oppidum Ubiorum geboren wurde, der Ansiedlung das römische Stadtrecht. Die Stadt erhält den Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA). Die Stadt erhält eine feste Mauer mit Türmen und Toren, die bis ins hohe Mittelalter besteht.
69 n. Chr. Während des „Vierkaiserjahres“ wird der Statthalter Vitellius in Köln zum Kaiser ausgerufen. Er unterliegt Vespasian, der die flavische Dynastie gründet.
um 89 n. Chr.

Die CCAA wird zur Hauptstadt der Provinz Niedergermanien. Der Palast des Statthalters der Provinz, das Praetorium, wird an der rheinseitigen Stadtmauer errichtet.

zum Buch "Rheines Gold"

zum Buch "Der Siegelring"

260 - 274 Marcus Cassianus Latinius Postumus wird Kaiser des Imperium Galliarum, ein Reich, das aus den abgefallenen Westprovinzen des Römischen Reiches entstanden ist. Dieses gallische Sonderreich verteidigt in der Folgezeit die Rheingrenze erfolgreich gegen die Germanen.
um 310 Kaiser Konstantin lässt bei Köln die erste feste Brücke über den Rhein errichten. Die Brücke bleibt bis ins Frühmittelalter bestehen. Nach ihrem Abriss hat Köln bis 1822 keine feste Rheinbrücke mehr.
313 Als erster Kölner Bischof wird der heilige Maternus in den Chroniken erwähnt.
321 Erste Erwähnung einer Judengemeinde in Köln; Christen gibt es in Köln seit Ende des 2. Jahrhunderts.

Köln während der Frankenzeit 455-911


455 - 508 Köln ist Sitz der ripuarischen Franken, die ab ca. 470 von Sigibert dem Lahmen regiert werden.
508 - 751 Clodwig gliedert das Königreich der Ripuarier in das Merowingerreich ein.
795 Karl der Große erhebt Köln zum Erzbistum. Erster Erzbischof wird Hildebold, ein Berater Karls des Großen.
870 Der von Erzbischof Hildebold begonnene karolingische Dom wird vollendet. Mit einigen baulichen Veränderungen stand dieser Dom bis ins 13. Jahrhundert.
881 Die Normannen überfallen die Stadt und brennen sie nieder.

Mittelalterliches Köln 911-1475


953-965 Erzbischof Brun, Bruder Kaiser Otto des Großen, regiert Köln als geistliches und weltliches Oberhaupt.
Ostern 1074 Die Kölner Kaufleute unternehmen gegen den Stadtherrn und Erzbischof Anno II. einen Aufstand. Anno muss fliehen, schlägt den Aufstand jedoch später nieder.
1164 Reinald von Dassel, Reichskanzler und Erzbischof von Köln, bringt die Reliquien der Heiligen Drei Könige nach Köln. Dadurch wird Köln zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas. Wegen der wachsenden Pilgerströme macht man sich bald schon Gedanken darüber, einen größeren Dom zu erbauen
um 1180 Stadterweiterung durch Bau der großen mittelalterlichen Stadtmauer.
1248 Erzbischof Konrad von Hochstaden legt den Grundstein des gotischen Kölner Doms an der Stelle des kleineren karolingischen Domes, der kurz zuvor teilweise abgebrannt ist.
1268 Schlacht an der Ulrepforte. Das Kölner Patriziergeschlecht der Overstolzen siegt über die Verbündeten des Erzbischofs.
1288 Schlacht bei Worringen. Erzbischof Siegfried wird besiegt. Die Bürger Kölns schlagen sich auf die Seite Herzogs Jan I. von Brabant. Siegfried verliert die weltliche Macht über die Stadt.
1322 Der gotische Chor des Doms wird eingeweiht und nach Westen hin mit einer Mauer abgeschlossen, damit man im unvollendeten Bau die Messe zelebrieren konnte. Wichtige Kunstwerke, die bereits im alten Dom standen, werden in das neue Kirchengebäude überführt. Auch die sterblichen Überreste bedeutender Persönlichkeiten werden in den neuen Dom umgebettet.
1360 Köln wird Messe-Stadt. Besonders zur Ostermesse ist Köln Treffpunkt von Kaufleuten aus aller Welt.
1388

Gründung der Kölner Universität.

zum Buch "Die elfte Jungfrau"

zum Buch "Die Sünde aber gebiert den Tod"

zum Buch "Das Werk der Teufelin"

zum Buch "Der dunkle Spiegel"

1396 Die Handwerker und Kaufleute übernehmen nach einer Revolution gegen die Vorherrschaft der Patrizier das Stadtregiment und legen eine neue Stadtverfassung fest. Sie bleibt 400 Jahre gültig.
um 1445 Stefan Lochner malt in Köln das Altarbild für die Ratskapelle (heute im Dom).
1466 UIrich Zell, ein Gehilfe Gutenbergs, druckt das erste Buch in Köln.

Freie Reichsstadt Köln 1475-1794


1475

Kaiser Friedrich III. verleiht Köln den Status einer Freien Reichsstadt.

zum Buch "Der Bernsteinring"

1553

Gründung der Kölner Börse.

zum Buch "Die Lauscherin im Beichstuhl"

1560

Wegen Geldmangels werden die Arbeiten am Dom eingestellt. Seit Fertigstellung des Chors waren noch die Seitenschiffe des Langhauses und zwei Stockwerke des Südturms errichtet worden. Der unvollendete Turm mit dem Baukran auf dem Dach wird für Jahrhunderte zum Wahrzeichen der Stadt. Der Innenraum des unvollendeten Doms wird jedoch auch in den folgenden Jahrhunderten noch weiter prachtvoll ausgestattet.

zum Buch "Kreuzblume"

1618-1648 Dreißigjähriger Krieg. Köln bleibt aufgrund seiner Neutralitätspolitik weitgehend verschont. Die Wirtschaft der Stadt jedoch verfällt.
um 1700 Johann Paul Feminis beginnt mit der Herstellung von Eau de Cologne.

Köln unter französischer Herrschaft 1794-1814


1794

Die französischen Revolutionstruppen ziehen kampflos in die Stadt ein. Während der Besatzungszeit werden die Kulturgüter der Stadt systematisch geplündert. Erzbischof und Domkapitel fliehen; der Dom dient vielen Jahren profanen Zwecken.

zum Buch "Kreuzblume"

1798 Die seit 410 Jahren bestehende Universität wird von den Franzosen geschlossen.
1801 Alle Kölner werden als französische Staatsbürger vereidigt. Der Dom wird wieder zum Gotteshaus geweiht.
1802 Klöster und Stifte werden geschlossen; viele Kirchen abgerissen.
1804

Napoleon besucht Köln und wird von den Bürgern begeistert empfangen. Der Code Civil wird eingeführt und ist bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches 1900 gültig.

zum Buch "Der Lilienring"

Köln wird preußisches Territorium 1815-1918


1815 Der Wiener Kongreß spricht das Rheinland, und damit auch Köln, Preußen zu.
1814 Die preußischen Truppen rücken vor; die französischen Truppen räumen die Stadt.
1815 Das katholische Rheinland fällt an die protestantische Großmacht Preußen. Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz wird Koblenz.
1816 Ein großer Teil des riesigen mittelalterlichen Plans für die Westfront des Kölner Doms wird wiederentdeckt und gelangt in die Hände des Architekten Sulpiz Boisserée. Boisserée wird zu einem der wichtigsten Aktivisten, die sich für den Weiterbau des Doms einsetzen.
1819 Der Komponist Jacques Offenbach wird in Köln geboren.
1822 Köln ist mit über 56.000 Einwohnern die größte Stadt im Rheinland.
1823 Erster von einem Festkomitee organisierter Rosenmontagszug.
1825 In Köln wird der erste Rheindampfer in Dienst gestellt.
1839 Die erste Teilstrecke der Eisenbahnlinie Köln-Aachen wird in Betrieb genommen.
1842 König Friedrich Wilhelm IV. legt den Grundstein zum Weiterbau des Kölner Doms. Etwa die Hälfte der dafür notwendigen Gelder stammt aus der preußischen Staatskasse, der Rest wird von engagierten Kölner Bürgern gespendet. Beim Weiterbau des Doms folgt man zwar den mittelalterlichen Bauplänen, verwendet jedoch hochmoderne Bautechniken.
1880 Der Kölner Dom wird feierlich eingeweiht.